Diversität, Rekrutierungskosten, Weiterbildung 50plus: VDMA-Personal-Kennzahlen

Beim „Stöbern“ im Netz bin ich vor einigen Tagen auf die „VDMA-Kennzahlen Personalarbeit“ gestoßen, die HR-Zahlen des Verbandes der Maschinen- und Anlagenbauer also. Sie liefern eine Zustandsbeschreibung des Personalwesens, das über die Branche hinaus interessant ist. Die wichtigsten Ergebnisse aus meiner Sicht:

  • Die Einführung von Weiterbildung und Mitarbeitergespräch als zentrale Instrumente der Personalarbeit ist größtenteils umgesetzt. Am häufigsten in Planung sind Instrumente für Karriereplanung, Talentmanagement und Coaching.
  • Rund 18 Prozent der Unternehmen fördern die Diversität bereits aktiv. Rund 16 Prozent planen das zumindest. (Da frage ich mich allerdings, was denn die anderen machen?)
  • Generationenmanagement  ist ein weiteres heißes Eisen. Altersspezifische Teilzeit ist immerhin bei der Hälfte der Unternehmen etabliert. Viel zu tun bleibt jedoch beim Wissensmanagement und der spezifische Weiterbildung für diese Mitarbeitergruppe.  Solche Maßnahmen sind zwar einerseits recht häufig in Planung (16 Prozent), aber noch kaum umgesetzt (5 Prozent) – und auch hier verschlafen viele die Entwicklung bisher komplett (88 Prozent).
  • Überhaupt die Weiterbildung: Nur die Hälfte des Personals nimmt daran teil. Führungskräfte kommen auf 3,8 Weiterbildungstage im Jahr, bei zunehmender Tendenz. Der Wert für die Mitarbeiter insgesamt liegt dagegen nur bei 2,3 Tagen und ist sogar leicht gesunken.  Im Mittel betragen die Weiterbildungskosten pro Kopf 507 Euro.
  • Als Werkzeuge für das Personalmarketing werden Imagewerbung, Employer Branding, die Kooperation mit Hochschulen sowie Praktika gesehen. Praktika sind auch am populärsten. (Ob der Mindestlohn, der ja auch für Praktikanten gilt, diesen Rekrutierungskanal „dichtmacht“, ist noch nicht klar. Das hängt auch von den Hochschulen ab, die etwa durch ihre Studienordnungen Einfluss ausüben.)
  • Vakanzzeiten und Rekrutierungskosten liegen beim Maschinenbau im Mittel bei 57 Tagen bzw. bei  3.600 Euro – und damit beeindruckend hoch. (In den USA dauert es statistisch gesehen ganz zwölf Tage bis zur Besetzung einer Stelle.)

 

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